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Vor Eichenprozessionsspinner wird gewarnt

Seit einigen Jahren ist im Tiefland Sachsen-Anhalts eine starke Zunahme des Eichenprozessionsspinners zu verzeichnen. Der kleine unscheinbare Schmetterling tritt in warm-trockenen Regionen bevorzugt in lichten Eichenwäldern, an Waldrändern und an besonnten Einzelbäumen in Erscheinung, jedoch kommt es auch zuneh­mend zu intensiven Befall im öffentlichen Grün und in Gärten.

Neben der Schädigung der Eichen durch den starken Fraß der Raupen an den austreibenden Knospen können die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen darstellen. Ab der 3. Raupengeneration dieses Schmetterlings bilden die Tiere Gifthaare aus, die das Eiweißgift Thaumetopein enthalten. Ende Mai/Anfang Juni zum Zeitpunkt der Gifthaarbildung spinnen die Raupen an geschützten Stellen am Stamm oder Ästen von Eichen und auch Hainbuchen Nester. Die Gifthaare können bis zu hundert Meter weit mit dem Wind verdriftet werden. Ab Juli/August verpuppen sich die Raupen, 3-6 Wochen später schlüpfen die Falter. Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, stellen eine anhaltende Gefahr dar, da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen.




 

Vorrangig muss eine Bekämpfung aus hygienischen Gründen dort in Erwägung gezogen werden, wo Menschen durch die Gifthaare gefährdet sind und eine Absperrung des befallenen Geländes für längere Zeit unmöglich ist. Für eine Bekämpfung sollte immer der Rat von Fachleuten eingeholt werden. Dabei muss es sich um speziell befähigte Schädlingsbekämpfungsfirmen handeln, welche mit Bioziden arbeiten. Nicht nur eine Biozidbekämpfung kommt in Frage, sondern speziell im Raupenstadium auch eine Absaugung der betroffenen Bereiche. Für weniger gefährdende Bereiche kann auch eine Absperrung ausreichend sein.



 

 

Krankheitserscheinungen nach Kontakt mit den Raupenhaaren:

Es sind allergische Reaktionen möglich, Einzelfälle wurden beschrieben. Überwiegend wurden lokale Hautausschläge mit punktförmigen Hautrötungen beschrieben, die einhergehen mit starkem Jucken und Brennen. Nach wenigen Tagen bilden sich diese Hauterscheinungen zurück, ohne dass eine spezifische Behandlung erforderlich wird.

Möglich sind auch Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut, Husten, Bronchitis durch Einatmen der Haare.

 

Bei verstärktem Auftreten von allergischen Symptomen, Augenerkrankungen sowie stark juckende Hauterkrankungen sind die entsprechenden Fachärzte aufzusuchen. (Bei Behandlung sollte der Kontakt mit den Raupenhaaren angesprochen werden.)

 

Vorsichtsmaßnahmen:

 

  • Betroffene über die Gefährdung informieren, besonders Kinder
  • Grundsätzlich die Befallsareale (Eichenwälder) meiden
  • Raupen und Gespinste nicht berühren
  • Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach einem Kontakt
  • Die Augen gut mit Wasser spülen
  • Die Kleidung inklusive Schuhe unbedingt waschen (60°C) und nicht in den Wohnbereich einbringen
  • Empfindliche Hautbereiche (z.B. Hals, Nacken, Unterarme) schützen

 

Verantwortlichkeit:

Verantwortlich für die Überwachungs-, Vorsorge- und Be­kämpfungsmaßnahmen sind immer die Eigentümer oder anderen Verfügungsberechtigten der Grundstücke, auf denen die mit dem Eichenprozessionsspinner befallenen Bäume stehen. Besteht die Möglichkeit einer Gesundheitsgefährdung von Personen, so haben sie - im Rahmen der ihnen obliegenden Verkehrssicherungspflicht - auf eigene Kosten geeignete Gefahrenabwehrmaßnahmen zu treffen. Hierzu zählen insbesondere die oben beschriebenen chemischen und mechanischen Bekämpfungsmaßnahmen. Mit diesen Maß­nahmen sollten die Eigentümer oder anderen Verfügungs­berechtigten ausschließlich geprüfte und zugelassene Schädlingsbekämpfer (zu recherchieren beim Schädlings­bekämpferverband  www.dsvonline.de) oder Personen mit Sachkundenachweis nach der Technischen Regel für Ge­fahrstoffe TRGS 523 beauftragen.

 

Eine im Vorjahr gebildete Arbeitsgruppe wird die eingehenden Meldungen aufnehmen und die verantwortlichen Ämter und Behören beim Auftreten im öffentlichen Bereich einbeziehen. Das Gesundheitsamt nimmt unter der Telefon-Nr. 0340 204-1454 wieder entsprechende Befallsmeldungen entgegen und wird insbesondere zu den oben genannten gesundheitlichen Belangen beratend tätig werden.

 

Link:

Infoblatt „Eichenprozessionsspinner“ des Landesamtes für Verbraucherschutz des Landes Sachsen-Anhalt (LAV SA) 

 www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=eichenprozessionsspinner

 

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