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Roßlauer Burg
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    Wasserburg Roßlau

    Adventsflair in mittelalterlichem Wehrbau

    Die Roßlauer Burg im FackelscheinEtwas verwunschen liegt sie an einem nasskalten Novembermorgen da, die eine oder andere Legende wird von ihr erzählt und auch sonst hat sie alles, was wehrhafte Bauten ihrer Gattung u. a.  ausmacht: Wassergraben, Ringmauer, Burgtor, einen Burghof nebst Wirtschaftsgebäuden und einen Wohnturm, um nur einige Kennzeichen aufzuzählen. Die Rede ist von der Wasserburg Roßlau.

    Strategische Bedeutung besaß sie wohl nicht in der langen Geschichte ihres Bestehens. Einer Plünderung und Brandschatzung befanden sie Wallensteins Truppen anno 1626 dennoch für wert, barg sie doch reichlich Vorräte zur Versorgung der Soldaten. Ansonsten führte sie über die Jahrhunderte eher ein Schattendasein. Ohne den Zeitpunkt ihrer Erbauung in eine Jahreszahl fassen zu können, kann die Nachwelt auf ein Rechtsgeschäft zurückblicken, durch das die anhaltischen Fürsten 1358 die Burg von den Lindauer Grafen zurück erwarben. Da bestand „Rozelowe dat hus“, so die Bezeichnung der Burg in der Urkunde, schon ein historisches Weilchen.

    Das Ministerialengeschlecht von Schlichting soll die Burg errichtet haben, die dann im 14. Jahrhundert vornehmlich den Zerbster und Dessauer Fürstenlinien als Residenz diente, alsbald zum Wirtschaftshof umfunktioniert wurde und dann doch wieder herrschaftliches Interesse weckte. Entsprechende Um- und Anbauten lassen die Burg heute wie ein steinernes Patchwork erscheinen. Historische Baustile bestehen nebeneinander und erzählen von den aufeinander folgenden Bauphasen, die bis in das 20. Jahrhundert andauerten. Insbesondere Ferdinand, und nach ihm Heinrich von Köthen entdeckten Anfang des 19. Jahrhunderts ihr Herz für die Roßlauer Burg. Danach kehrte für lange Zeit Ruhe ein. Der Einbau moderner Wohnungen Anfang der 20-er Jahre des letzten Jahrhunderts beendete das Burgendasein, nur der Name blieb. Etliche Trennwände, Ver-  und Entsorgungsleitungen sorgten für kleinbürgerliche Enge, Spuren der vornehmen Geschichte wurden schlichtweg zugemauert und übertüncht. Das blieb für viele Jahrzehnte so, bis 1988 der letzte Mieter auszog.

    Plakat AdventsmarktVieles liegt im Dunkeln, kann historisch nur vage eingeordnet werden. Der Förderverein Burg Roßlau e.V. bemüht sich seit 1999, der Burg wieder ihren ursprünglichen Charakter zurück zu geben und ihre wechselhafte Geschichte aufzuarbeiten. Durch Studenten der Hochschule Anhalt (FH) wurden Vermessungsarbeiten besorgt, ein Nutzungskonzept wurde erstellt, Bauzustandsanalysen vorgenommen, archäologische Grabungen durchgeführt. Letztere brachten 2005 eine kleine Sensation zutage: Im Aushub fand sich ein goldener Ring, vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammend, der als mittelalterliches Symbol der Treue zwei verschlungene Hände aufweist. Der „Treuering“ ist als Replikat in Silber und Gold, gefertigt von einem Roßlauer Goldschmied, seither bei vielen Paaren beliebt.

    Neben Ausstellungsräumen im Fachwerkgebäude der Burg lädt ein uriger Kaminsaal zur Geselligkeit ein. In die darunter liegende Ritterklause soll baldmöglichst wieder eine Schankwirtschaft einziehen. Vereine und Privatgesellschaften können sich für Veranstaltungen einmieten und für einen Abend mittelalterliches Flair schnuppern. Große Resonanz erfährt der jährliche Adventsmarkt, der mit seinen Angeboten genau auf diesen unverwechselbaren Hintergrund abhebt. Zahlreiche Besucher zieht das Spektakel, das jetzt am 15./16. Dezember zum sechsten Mal stattfindet, jährlich an.

    Carsten Sauer

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