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Lange Nacht der Sterne
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    6. Dessau-Roßlauer "Lange Nacht der Sterne"

    "... und sie bewegt sich doch!"

    SternenwarteAm Samstag, 29. August 2009, wird es die nunmehr 6. Auflage der Sternennacht für Dessau-Roßlau geben. Passend zu dem von der UNO deklarierten "Internationalen Jahr der Astronomie" wird am gleichen Tag auch die astronomische Station "Samuel Heinrich Schwabe" wiedereröffnet. Die städtische Generalsanierung von Planetarium und Beobachtungsstation in der Peterholzstraße 58 in Dessau-Süd ist bis auf kleinere Gestaltungsarbeiten abgeschlossen und zur "Langen Nacht der Sterne" können die Besucherinnen und Besucher die Ergebnisse der geleisteten Arbeit direkt vor Ort in Augenschein nehmen. Nur wenige Tage zuvor wird in diesem Rahmen noch die neue Beobachtungskuppel aufgesetzt, um dann bereits Fernrohrbeobachtungen durch den großen Coudé-Refraktor zu ermöglichen. Die Gäste der Sternennacht haben somit auch Gelegenheit zu sehen, wie die Spenden zu den letzten Sternennächten und den weiter durch den Schwabe-Verein Dessau e.V. angebotenen Veranstaltungen der letzten Jahre sinnvoll im Sinne der astronomischen Station eingesetzt wurden.

    Natürlich erwartet zwischen 19.00 Uhr und 01.00 Uhr zum symbolischen Eintritt von einem Euro den Besucher auch wieder ein interessanter Mix aus Astronomie und Unterhaltung. Unter dem Motto "… und sie bewegt sich doch!" wird dabei aber nicht nur auf die bewegte Geschichte aus Beobachtung und Forschung, beginnend mit Galileo Galilei und Johannes Kepler, der letzten 400 Jahre eingegangen. In den Räumlichkeiten und im Freigelände des Walter-Gropius-Gymnasiums wird es eine ganze Reihe interessanter Programmpunkte geben. So spricht Professor Matthias Köckert von der Humboldt-Universität Berlin in mehreren Vorträgen am Abend zum Thema "Alles Scheibe oder was? - Weltbilder im alten Orient".

    Anlässlich des internationalen Astronomiejahres wird es eine Fotoausstellung zum Thema "Fernsicht - eine Reise in die Unendlichkeit" geben, die bereits in anderen Bundesländern sehr erfolgreich gelaufen ist und vom Chemnitzer Fotografen Stefan Messner selbst vorgestellt wird. Funkamateure demonstrieren ihre Anlagen im Live-Einsatz und die Betreiber des Portals "dessauwetter.de" geben praktische Einblicke in ihre interessante Arbeit. Für die jüngsten Astronomen wird vom Basteln bis zum Meteoritenwerfen einiges vorbereitet sein. Auch das beliebte Astro-Quiz lockt wieder mit attraktiven Preisen. Selbstverständlich werden auch mehrere erfahrene Beobachter mit ihren Fernrohren rund um den Sportplatz den direkten Blick auf interessante Himmelsobjekte ermöglichen und die Kunstwerkstatt Süd lädt zu einem Besuch ein.

    Auch für das leibliche Wohl ist mit Gegrilltem und Gebackenem gesorgt und seinen Durst kann man am Getränkestand der Wörlitzer Brauerei und an der Orion-Bar stillen. Gut unterhalten werden die Besucher mit der Revuetanzgruppe "Holiday"  und orientalischem Tanz. Zudem präsentiert die Schule der asiatischen Kampfkünste ihr neues Programm. Live-Musik rundet das kulturelle Angebot ab.

    Vereinsmitglieder, ehemalige und aktuelle Schüler und Lehrer des Walter-Gropius-Gymnasiums sowie die Veranstaltungspartner bereiten sich derzeit auf die Sternennacht vor. Die Einnahmen des Abends kommen der weiteren technischen und inhaltlichen Gestaltung der astronomischen Station zu Gute.

    Unterstützt wird die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder durch das Dessau-Roßlauer Mazda-Autohaus Frank Reichert, die Stadtsparkasse Dessau, das Rathaus-Center, die Brauerei Wörlitz, den Optiker Hausswald in der Zerbster Straße, durch das Veranstaltungszentrum Hangar, die Fachbuchhandlung Paper-Man und einige andere mehr.
     

     


    Abbildung SonnenfinsternisTotale Sonnenfinsternis 2009

    Eine totale Sonnenfinsternis begeisterte am 22. Juli 2009 viele Menschen, soweit sie die Möglichkeit hatten, das äußerst seltene Himmelsphänormen zu beobachten.

    Eine junge Dessauerin, die seit einem Jahr in Indien ein Praktikum absolviert, zählte zu den Glücklichen und beschreibt in einem spannenden Erfahrungsbericht, was sie dabei erlebte.

    TOTALE SONNENFINSTERNIS IN VARANASI AM 22. JULI 2009

     

    Wenn sich die Sonne über Asien verdunkelt...
    ... zieht sie Millionen Menschen auch in Varanasi in ihren Bann.

     

    Menschen am GangesuferTausende blicken erstarrt in den Himmel. Der Mond verdunkelt die Sonne für einige Minuten. Es herrscht eine geheimnisvolle Stille im sonst so lebendig-lauten Varanasi. Dann ist es, als würde die Sonne zum zweiten Mal aufgehen. Unmittelbar danach nehmen tausende gläubige Hindus ein reinigendes, rituelles Bad im heiligen Fluss Ganges. Unglaubliche Stimmungen, Gefühle und Emotionen kommen auf.

    Gurgaon, 25. Juli 2009

    Wir befinden uns in Varanasi, der heiligsten Stadt Indiens. Tausende Menschen verfolgen hier, worauf viele monatelang gewartet haben: die längste totale Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts. Mittendrin und Zeuge dieses spektakulären Phänomens ist eine internationale Gruppe von astronomisch Interessierten aus Frankreich, Österreich, Belgien,Deutschland und Indien, die trotz aller Wettervorhersagen Varanasi ihr Vertrauen schenkten.

    Für mich, deutsche Praktikantin bei dem indischen Incoming-Reiseveranstalter Discovery Journeys India, begannen die Vorbereitungen auf diesen Event bereits ein Jahr im Voraus. Um den Aufenthalt unserer Gäste noch unvergesslicher zu
    machen, als es dieses unglaubliche Land nicht schon alleine im Stande wäre zu tun, ist das Team dieses innovativen Veranstalter mit fast 20-jähriger Erfahrung stets auf der Suche nach besonderen
    Ereignissen.

    Das Jahr 2009 ist das von der UNO erklärte „Internationale Jahr der Astronomie“, um das 400-jährige Jubiläum des ersten Teleskopeinsatzes für astronomische Beobachtungen durch Galileo Galilei zu feiern. 2009 ist aber vor allem das Jahr,in dem eine totale Sonnenfinsternis vorausgesagt Wurde, die in großen Teilen Asien zu sehen sein sollte. Wir haben uns das Motto des Jahres zu Herzen genommen: „Das Weltall: Du lebst darin, entdecke es!“

    Die NASA bezeichnete China als das Land, von wo aus die Finsternis am Besten zu beobachten sein Abbildung verdunkelte SonneVsollte. Unsere eigene Recherchen und Vor-Ort-Erfahrung haben den Veranstalter von Abenteuer-, Kultur- und Naturreisen jedoch dazu veranlasst, die indische Stadt Varanasi als den Ort auszuwählen, der am 22. Juli 2009 Ort des Geschehens sein sollte. Das Vertrauen in diese Entscheidung sollte sich ein Jahr später auszahlen. Während vielerorts der Blick zur Sonne durch schlechtes Wetter verwehrt wurde, war Varanasi der Ort in ganz Asien, wo die Sonnenfinsternis am besten beobachtet werden konnte. Freie Sicht auf die sich abdunkelnde Sonne ermöglichte an jenem Morgen unseren Gästen unter optimalen Voraussetzungen Zeuge des seltenen Naturschauspiels sein zu können. Noch dazu gab es wohl keinen anderen Ort auf der Welt, wo die Atmosphäre eine ganz besondere war: am heiligen Ganges in Varanasi unter Tausenden von Gläubigen. Gefesselt und von den Geschehnissen überwältigt stand ein jeder mit Blick in den Himmel, über den Ganges und über die Menschenmassen am Ufer wie verstarrt. Unbeschreiblich, unfassbar und überirdisch - Worte, die die Gefühle und Emotionen vor Ort nicht einmal annähernd zum Ausdruck bringen können.

    Was im Sommer 2008 als eine brillante Idee des Geschäftsführers Bilal Chapri seinen Anfang nahm,entwickelte sich durch die monatelange Vorbereitungsarbeit des internationalen Teams von Discovery Journeys, der Zusammenarbeit mit dem Nehru Planetarium New Delhi und der Teilnahme am „Solar Eclipse Workshop 2009“ in derDelhi University, durchgeführt von der Abteilung für Sphärenfinsternisse der “S.P.A.C.E.“, zum absoluten Highlight des Jahres. Neben
    Recherchearbeiten und der Gestaltung der Reise spielte während meiner Praktikumszeit auch die Vermarktung der Reise eine wichtige Rolle. Präsentationen über die „Reise zur totalen Sonnenfinsternis“ gab ich unter anderem auf der Reisemesse ITB Berlin 2009, wo sie auf das Interesse von sowohl Veranstaltern als auch Besuchern der ITB stieß, sowie in Auslandsvertretungen in Neu-Delhi und mittels Medien.

    Trendforschern zufolge wird eines der größten Zukunftsthemen im Tourismus der Weltall-Tourismus sein. Astronomische Reisen zu spektakulären Ereignissen, wie der totalen Sonnenfinsternis, werden schon heute von innovativen Reiseveranstaltern angeboten. Somit bilden die Faszination der Menschen für das endlose Weltall und die Innovationskraft und Umsetzung durch erfahrene Veranstalter die Grundlage für unvergessliche Momente. Denn oft sind es scheinbar kleine Funken von Ideen, die zu großen Veränderungen auch im Tourismus führenkönnen. Ich freue mich, dass ich als Praktikantin meinen Beitrag zum Gelingen dieser Reise leisten konnte.

    Was bleibt von diesem Jahr Vorbereitung und dem eigentlichen Event am 22. Juli sind unglaubliche und unvergessliche Eindrücke und Erinnerungen an dieses einmalige Naturspektakel in Varanasi. Erst im Jahr 2132 wird eine noch längere totale Sonnenfinsternis stattfinden. Doch das nächste Highlight lässt nicht lange auf sich warten und das Team von Discovery Journeys lädt bereits wieder zum nächsten astronomischen Event ein: eine ringförmige Sonnenfinsternis am 15.01.2010, die von Südindien aus zu beobachten sein wird.

     

    „Das Weltall: Du lebst darin, entdecke es!“

     

    Text: Stefanie Kilmey

    Fotos: Olivier Chambion

     

    Das Team und Praktikantin Stefanie Kilmey (Mitte)

     

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