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Kolbe-Ausstellung
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    Sonderausstellung in der Anhaltischen Gemäldegalerie 

    250. Geburtstag Carl Wilhelm Kolbes 

    Baumdarstellung von Carl Wilhelm KolbeAnlässlich des 250. Geburtstages Carl Wilhelm Kolbes ist in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau eine große Jubiläumsausstellung zu sehen. Carl Wilhelm Kolbe ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Kunst um 1800. Der einst am berühmten Basedowschen Philanthropin in Dessau tätige Künstler ist zunächst durch die Idyllen des berühmten Schweizer Maler-Poeten Salomon Gessner bekannt, dessen Gouachen er kongenial in Radierungen umgesetzt hat. Doch ging er mit seinem eigenen künstlerischen Schaffen weit über die ausgetretenen Pfade der arkadischen Idylle des 18. Jahrhunderts hinaus. 

    Neben seinen eindrucksvollen Baumdarstellungen - inspiriert durch die Auenlandschaft des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches - überrascht Kolbe durch die Darstellung einer sich verselbständigenden, hypertrophen Natur. Die paradiesische Welt Arkadiens taucht Kolbe in eine üppige Vegetation. In ihr leben friedliche und liebeshungrige Faune und Nymphen, aber auch kämpferisch und aggressiv eingestellte Titanen und melancholische Frauengestalten. Den ewigen Zyklus des Werdens und Vergehens der Natur schildert Kolbe ebenso mit erotischen wie skurril-bedrohlichen Fantasien. Zeitgeschichtlicher Hintergrund für Kolbes Landschaftsdarstellungen ist die nachrevolutionäre Suche des Bürgertums nach eigener Identität und uneingeschränkter Selbsterfahrung.

    Im Falle Kolbes war diese Haltung, wie seine wiederentdeckten umfangreichen Briefe nunmehr beweisen, ausgesprochen politisch und patriotisch motiviert. In diesen Kontext gehört auch Kolbes nun neu erschlossenes philologisches Werk. Kolbes Landschaften sind somit alles andere als bloße "Heimatkunst" oder klassische Attitüde der Goethezeit. 

    Kolbe erweist sich als ein ausgesprochen moderner Künstler, der weit über seine eigene Epoche hinausgewiesen hat. In unserer heutigen Zeit, in der die Natur mehr und mehr bedroht erscheint, gewinnen Kolbes Szenerien einer urwüchsigen, starken Fauna und Flora erneut eine zusätzliche, beeindruckende Sinndimension. 

    Die Ausstellungseröffnung findet am 28. November um 18.00 Uhr im Festsaal der Anhaltischen Gemäldegalerie statt. Zu besichtigen ist die Ausstellung mit mehr als einhundert Handzeichnungen und Druckgraphiken Kolbes - darunter eine Vielzahl unpublizierter Werke - bis zum 31. Januar 2010 in der Orangerie beim Schloss Georgium. Danach wird die Ausstellung in der Städtischen Galerie in der Reithalle, Schloss Neuhaus Paderborn und im Kunsthaus Zürich zu sehen sein. Es erscheint ein Katalog zur Ausstellung mit zahlreichen Aufsätzen von in- und ausländischen Autoren (320 Seiten mit ca. 260 Abbildungen) zum Ausstellungspreis von 29,00 €.

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