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    "Ich liebe meine Platte"

    "Dabei ab Zwei" und MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT besuchen Scheibe-Nord

    "Ich liebe meine Platte" - Diesen Satz sprechen in Sachsen-Anhalt viele Menschen aus. Weil sie sich seit Jahrzehnten in einem Plattenbau wohlfühlen oder weil sie sich gerade entschieden haben, Siegfried und Regina Mattheieinzuziehen. Genau deshalb haben sich "Dabei ab Zwei" und MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT auf den Weg gemacht – um Menschen zu treffen und ihre Geschichten zu erfahren. Da wäre beispielsweise Siegfried Matthei, der seit 1965 in Scheibe-Nord, der begehrtesten Platte Dessaus lebt. Um eine Wohnung zu bekommen, musste er damals über 1.000 Arbeitsstunden leisten. Erika Schwarzer, 70 Jahre alt, entschied sich erst vor ein paar Monaten für die Plattenbauwohnung direkt in der Innenstadt. Mittlerweile gibt es für diesen Häuserblock sogar eine Warteliste. In Halberstadt dreht sich alles um die "Grüne Platte".  Zum einen geht es um ein Mehrgenerationenhaus mit Wärmepumpen, Solaranlagen, Verzicht auf herkömmliche Heizung, Wärmerückgewinnung aus verbrauchter Raumluft und dessen Mieter, zum anderen um den Garten direkt vor der Haustür. In Wernigerode spielen die Familie Ehlert und Willi Reulecke die Hauptrollen. Die Rentner haben sich für die Platte mit dem schönsten Blick entschieden. Vom Balkon aus können sie jeden Tag den Brocken und den Harz genießen. Im größten Plattenbaugebiet - Halle-Neustadt – besuchen wir eine Großfamilie, die vor wenigen Wochen ihr viertes Kind bekommen hat. Und in Stendal begleiten wir Wilfried Plaue. Der Hauswart ist für 900 Wohnungen zuständig und agiert als "Mann für alle Fälle" – Innenausstatter, Kummerkasten, Mediator, Helfer, Handwerker.

    Mit einem Besuch in Dessau startet die Serie am 5. Juli 2010.

    Er ist einer der ersten, die einzogen und er will auch nicht mehr ausziehen: Siegfried Matthei wohnt seit 1965 in Scheibe-Nord. "Wir hatten gerade geheiratet und suchten eine Wohnung. Damals wurde in Dessau nichts gebaut, außer eben Scheibe-Nord." Also machte er sich auf den Weg zur damaligen Bürgermeisterin Thea Hauschild, um sich wegen die Wohnungsnot zu beschweren und zu fragen, wie er zu einer Bleibe kommen könnte. Sie erklärte ihm, dass die besten Aufbauhelfer ganz sicher bedacht würden. "Es hieß, man müsse 500 Arbeitsstunden ableisten." Also machte sich Siegfried Matthei an die Arbeit: Er baute unter anderem das Teehäuschen mit auf, ein Pavillon im Stadtpark, in dem bis heute ein Café untergebracht ist. Er modernisierte Spielplätze. Alles an den Wochenenden und nach Feierabend. "Als ich schließlich meine 500 Stunden hatte, wurde mir gesagt, dass es einige gebe, die schon 700 oder 800 geleistet haben." Also arbeitete der Schlosser weiter. Anlässlich der 1000. Arbeitsstunde bekam er zwei goldene Aufbaunadeln, die er heute noch besitzt. Innerhalb von fast zwei Erika SchwarzerJahren brachte er es auf 1500 Stunden und bekam eine Wohnung. Bis heute wohnt er in genau in dieser: 47 Quadratmeter, fünfte Etage. "Ich habe damals schon gesagt, dass ich hier nie wieder ausziehe und so wird es auch sein. Für diese Wohnung habe ich einfach zu viel Schweiß und Blut gelassen." Mattheis Frau versuchte ihn schon oft davon zu überzeugen, dass ein Umzug doch nicht schlecht wäre. Allerdings ist das mit ihm überhaupt nicht verhandelbar. Für den sanierten Scheibe-Nord-Block gibt es eine Warteliste, die Wohnungen sind begehrt.
    Auf eben diese Liste ließ sich Erika Schwarzer setzen. Seit Mai 2009 wohnt sie nun mitten in der Innenstadt. "Ich habe jahrzehntelang in einer anderen Platte gewohnt und wollte dort irgendwann ausziehen. Es gab Diskussionen, ob unser Haus abgerissen wird, saniert wurde nichts mehr." Nun wohnt sie auf 48 Quadratmetern in der siebenten Etage und "schaut über alle hinweg". "Ich bin nun mitten im Stadtzentrum und nicht mehr so weit draußen und bekomme alles mit, was so passiert. Ich genieße das sehr." Das Besondere an ihrer Wohnung hebt sie gern hervor: ein sieben Meter langer Balkon.

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