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OB Klemens Koschig

Grußwort des Oberbürgermeisters

"Fabelhafte Weihnachten" und ein Gesundes Neues Jahr

„Kinder, wie die Zeit vergeht” möchte man ausrufen, denn schon wieder geht ein Jahr zur Neige, endet mit dem Jahr 2007 nach Christi Geburt ein sehr bedeutendes, ja geschichtsträchtiges Jahr für unsere beiden Städte Dessau und Roßlau (Elbe), die nun schon wieder fast ein halbes Jahr lang eine gemeinsame Stadt sind: Dessau-Roßlau. Lassen Sie mich also ein wenig zurückblicken auf ein ereignisreiches Jahr, das für unsere Stadt ein neues Kapitel einläutete.

Dabei kann ich nicht auf jedes einzelne, mehr oder minder bedeutsame Ereignis der letzten 12 Monate eingehen. Leicht übersieht man dabei das eine oder andere oder man verliert sich in einer Aufzählung, die den Dingen auch nicht gerecht wird. Für ganz Deutschland ging es mit „Kyrill“ ziemlich stürmisch los und auch bei uns sorgte diese Wetterunbilde für viele Schäden und zahlreiche Einsätze der Feuerwehr. Hoffen wir, dass uns ein ähnlicher Sturm im kommenden Frühjahr erspart bleibt. Gerade in den Waldbeständen sind die Schäden auf Jahre nicht wieder auszugleichen. Gelegenheit einmal, allen freiwilligen und hauptamtlichen Kräften zu danken, die sich für uns zum Schutz in Gefahr begeben.

Im Februar, und auch noch einmal für mehrere Aufführungen im Herbst,  suchte uns eine „Nervensäge“ namens Dieter Hallervorden heim, der sein gleichnamiges Boulevardstück auf der Bühne des Anhaltischen Theaters aufführte - wie stets mit großem Erfolg. Im Anschluss an die Premiere wurde ihm damals die Ehrenbürgerwürde der Stadt Dessau verliehen. Erst kürzlich versicherte der Publikumsliebling in einem Interview, dass ihn diese Ehrung seiner Heimatstadt stolz mache und er gern den Ruf Dessaus in die Welt trage. Stolz dürfen auch wir sein, mit ihm einen der beliebtesten bundesdeutschen Kabarettisten und Schauspieler als Botschafter für unsere Stadt zu haben.
Doch um auf die alltäglichen Herausforderungen zu sprechen zu kommen, zeichnete sich 2007 zum Einen durch eine weitere wirtschaftliche Stabilisierung aus. Eine Arbeitslosenquote von 14 Prozent in Dessau-Roßlau hätte vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten. Voraus gehen diesem Ergebnis positive Nachrichten aus der heimischen Wirtschaft, namentlich im produzierenden Gewerbe. Dort werden weiterhin qualifizierte Arbeitnehmer gesucht, ebenso wie Auszubildende, was gar nicht so einfach scheint. Um bei den Dessau-Roßlauer Schülern dies mehr ins Bewusstsein zu rufen, wollen wir den Kontakt zwischen ihnen und den Betrieben intensivieren, z. B. über Beiträge in Schülerzeitungen.

Weit weniger gut ist es um den städtischen Haushalt bestellt, der mit einer klaffenden Lücke von über 20 Millionen Euro weiterhin Sorge Nummer 1 von Rat und Verwaltung ist. Leider reißen die bekannten Hiobsbotschaften zurückgehender Landeszuweisungen und steigender Ausgaben im Sozialbereich auch 2007/2008 nicht ab, so dass alle ernsthaften Konsolidierungsbemühungen seitens der übergeordneten Politik im Land und im Bund immer wieder missachtet werden.
Das für unsere Stadt wichtigste Ereignis fand unstrittig mit der Fusion zur Doppelstadt statt. Erst kürzlich bin ich vom MDR gefragt worden, wie die Fusion von den Dessauern und Roßlauern gesehen wird. Nun, ich denke, sie wird immer mehr zur Normalität und ist im Alltag eher im Hintergrund spürbar. Für die Roßlauer wird es mit geringeren Abfallgebühren ab Januar eine konkrete Verbesserung geben. Unter dem Strich wird das Positive überwiegen, auch wenn die Kritiker sicher nie ganz „aussterben“ werden. Dass die Fusion fast unbemerkt vollzogen werden konnte, verdankt sie der guten Vorbereitung durch Politiker und Verwaltungen beider Städte. Das reicht bis in die jüngste Vergangenheit, als mit den Ämtern des Baudezernates rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins technische Rathaus auf das Roßlauer Garnisonsgelände zogen. Bis auf kleine und kurz gehaltene Einschränkungen wurden der Publikumsverkehr und der Dienst am Bürger vollständig aufrechterhalten.
Für das Jahr 2008 setzte vor wenigen Tagen erst die „konsument“ Dessau GmbH einen ersten Akzent. Am 19. Dezember wurde an der Museumskreuzung im Beisein von Wirtschaftsminister Reiner Haseloff der Grundstein für das neue Einkaufs- und Geschäftszentrum gelegt, dessen Eröffnung für Frühjahr 2009 vorgesehen ist. Weitere Bauvorhaben im näheren Umfeld werden 2008 fertig gestellt und für eine deutliche Aufwertung der Innenstadt sorgen. Hier nenne ich das Alte Theater und das Sport- und Kurszentrum gegenüber. Beide Maßnahmen sind über das EU-Förderprogramm URBAN II finanziert worden, in dessen Rahmen es die Stadt Dessau verstanden hat, 20 Millionen Euro zusätzlich abzurufen. Dem kommenden Jahr seinen Stempel aufdrücken  wird auch der jüngst ausgelobte internationale Wettbewerb zur städtebaulichen Reparatur des Meisterhausensembles. Hier gilt es, sowohl in der Gestaltung als auch in der Nutzung der zu ersetzenden „Leerstellen“ (Haus Gropius und Haus Moholy-Nagy“) Weg weisend Zeichen zu setzen.

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
um Sie ausführlicher über die vor uns liegenden Dinge zu informieren und das ausklingende Jahr zu würdigen, lade ich Sie nochmals herzlich zum Neujahrsempfang der Stadt Dessau-Roßlau am 6. Januar in das Anhaltische Theater ein. Im Anschluss an die offiziellen Reden erwartet Sie das traditionelle Neujahrskonzert der Anhaltischen Philharmonie, das diesmal als Musical-Gala „I got Rhythm“ angelegt ist. Beim anschließenden Empfang im Foyer des Theaters werden wir in ungezwungener Atmosphäre sicher das eine oder andere Gespräch führen können. Bis dahin aber wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise der Familie. Hoffen wir, dass in diesem Jahr der Winter seinem Namen Ehre macht und sich auch von daher weihnachtliche Stimmung einstellt. Kommen Sie gut in das Neue Jahr, für das ich Ihnen Glück, Gesundheit und den nötigen Erfolg wünsche.

Bevor ich mich hier verabschiede, möchte ich Ihnen in alter Roßlauer Tradition aber noch eine Fabel erzählen, die, wie es Fabeln so an sich haben, uns die wahren Werte im Leben vor Augen führen will. Sie heißt „Weihnachtsfabel der Tiere“ und stammt aus unbekannter Feder:
Die Tiere disputierten einmal über Weihnachten. Sie stritten, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei.
„Na klar, Gänsebraten“, sagte der Fuchs. „Was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten?“
„Schnee“, sagte der Eisbär. „Viel Schnee.“ Und er schwärmte verzückt von der weißen Weihnacht.
Das Reh sagte: „Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern.“
„Aber nicht so viele Kerzen“, heulte die Eule. „Schön schummrig und gemütlich muss es sein. Stimmung ist die Hauptsache.“
„Und Schmuck!“, krächzte die Elster. „Jede Weihnachten bekomme ich was: einen Ring, ein Armband. Oder eine Brosche oder eine Kette. Das ist für mich das Allerschönste an Weihnachten.“
„Na, aber bitte den Stollen nicht vergessen“, brummte der Bär, „ das ist doch die Hauptsache. Wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen, verzichte ich auf Weihnachten.“
„Mach’s wie ich“, sagte der Dachs, „pennen, pennen, pennen. Das ist das Wahre. Weihnachten heißt für mich: mal richtig pennen.“
„Und saufen“, ergänzte der Ochse. „Mal richtig saufen - und dann pennen.“
Aber da schrie er „Aua!“, denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt. „Du Ochse du. Denkst du denn nicht an das Kind?“ Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: „Das Kind. Jaja, das Kind - das ist doch die Hauptsache.“

„Übrigens“, fragte er dann den Esel, wissen das eigentlich die Menschen?“

Ich danke den Mitgliedern unseres Behindertenbeirates, die mir diese schöne Geschichte schenkten und wünsche Ihnen allen nochmals eine friedvolle Weihnacht, den Segen des Kindes in der Krippe und ein frohes und gesundes Neues Jahr.

 

Mit herzlichem Gruß


Ihr

 

Klemens Koschig
Oberbürgermeister Stadt Dessau-Roßlau

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