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    Flugplatz Dessau

    "Tante JU" schaut jährlich vorbei

    Motorflugzeug Cessna der DVV-Stadtwerke DessauAntoine de Saint-Exupèry hätte vermutlich seine Freude gehabt: Sein „Kleiner Prinz“ war hier schon zu Gast, in Gestalt des Hauptdarstellers des gleichnamigen Balletts der Gregor Seyffert Compagnie am Anhaltischen Theater Dessau, um für das viel umjubelte Stück Werbung zu machen. Der französische Schriftsteller und passionierte Pilot hätte die Magie dieses Ortes zweifellos empfunden, denn in der Luftfahrtgeschichte nimmt er keine unbedeutende Stellung ein, wenngleich die große Pionierzeit der Fliegerei und des Flugzeugbaus ein Menschenalter zurück liegt. Die Rede ist vom Flugplatz Dessau, der als Verkehrslandeplatz heutzutage fortbesteht und seit 2001 den Namen seines Gründers trägt: Hugo Junkers.

    Flugleiter Peter-Christian Klein und Flugplatzleiter Tino Kurbjuweit pflegen ganz alltäglich das Erbe, das die Junkersstadt mit der Luftfahrt verbindet. Rund 6.500 Flugbewegungen pro Jahr verzeichnen sie im Tower, der 1994 zusammen mit den Baracken und der Zufahrt eingerichtet worden war. Im selben Jahr fand das erste Flugplatzfest statt, bei dem zur großen Freude aller sämtliche vier damals in Europa noch flugtüchtigen Ju 52 begrüßt werden konnten. Seither schaut „Tante Ju“ jährlich in ihrer Geburtsstadt vorbei, auch wenn, wie im letzten Jahr, kein Flugplatzfest stattfindet.

    Dass der Dessauer Flugplatz - betrieben von den DVV-Stadtwerken - deutschlandweit bekannt ist, kann nicht als Selbstverständnis gelten. Seine neueren Wurzeln gehen auf die Bestrebungen des Segelfliegervereins zurück, der zur Wendezeit die Lizenz für den Platz innehatte und alles daran setzte, sie nicht verfallen zu lassen. Seit 1979 waren hier keine Segelflugzeuge mehr gestartet. Der damalige Polizeipräsident Franz Masser, selbst ein Flugfreund, setzte sich für den Flugplatz ein und organisierte 1994 Fördermittel, die den Fortbestand und Ausbau sicherten. So wurde aus dem Fluggelände keine profane Sammelstelle für alte NVA-Technik, sondern ein moderner Flugplatz mit Tankstelle sowie asphaltierter Abroll- und befeuerter Landebahn. Später entstand auf Bestreben der Stadt ein Industrie- und Gewerbegebiet um den Platz, das heute Unternehmen beherbergt, die größten Wert auf die Anbindung an den Luftverkehr legen - wie auch andere Dessauer Unternehmen übrigens.

    Wenn Kurbjuweit und Klein auf die Vorzüge des Flugplatzes zu sprechen kommen, dann schildern sie ihn zum einen als wichtige Plattform für hiesige Vereine, aber auch als touristischen Standortfaktor. Die zwei Hangars sind gut ausgelastet. Der Eintrag im Flughandbuch lockt Piloten aus ganz Deutschland. Ohnehin ist der Anteil des touristischen Flugverkehrs am größten, gestiegen ist aber auch der so genannte Werksverkehr, also Geschäftsflüge. Derzeit werden Verhandlungen u. a. mit der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz geführt, wie das touristische Programm besser vermarktet werden kann. Bei den vier Fahrrädern, die zur Erkundung der Umgebung bereit stehen, soll es nicht bleiben.

    Beliebt sind Gutscheine für Rundflüge als Geschenk, die hier vermittelt werden: für Flüge mit dem Segelflugzeug, mit Motorseglern, der betriebseigenen Cessna oder - für Firmenfeiern ideal - mit der AN 2. Das ist nicht immer jedermanns Sache, wie beide schmunzelnd zu berichten wissen, doch für die meisten ist es ein angenehmes bleibendes Erlebnis.

    Offen ist derzeit die Zukunft der zugehörigen Gaststätte, für die ab 1. August ein neuer Betreiber gesucht wird. Und offen ist auch, ob es in diesem Jahr ein Flugplatzfest gibt. „Ernsthafte Bestrebungen dazu gibt es“, berichtet Klein - vielleicht klappt es ja noch im September. Den  Dessau-Roßlauern wär’s ganz sicher recht.

    Carsten Sauer

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