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Anhaltische Gemäldegalerie / Orangerie

Alt-Dessau und urbanes Leben mit dem Zeichenstift

Anlässlich des Jubiläums DESSAUI800 zeigt die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau vom 30. Juni bis 8. September 2013 aus ihren reichen Beständen der Graphischen Sammlung historische Ansichten der Stadt.Wegen der weitgehenden Zerstörung Dessaus durch die Luftangriffe 1944/1945 sind diese von großem dokumentarischem Wert.

Die Auswahl umfasst Werke der bedeutenden, in Dessau wirkenden Künstler Carlo Ignazio Pozzi (1766-1842) und Jacobo Pozzi (1814-1897), Johann Heinrich Beck (1788-1875) und Rudolf Beck (1811-1892) sowie Max Korn (1862-1936). Die meist mit einer Vielzahl von Staffagefiguren versehenen Darstellungen geben einen Eindruck vom Stadtbild sowie von dem urbanen Leben der alten Residenzstadt.

Doch Künstler wie Pozzi und Korn haben Dessau nicht nur zeichnerisch festgehalten, sondern mit ihren Entwürfen auch unmittelbaren Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung genommen. Dies gilt insbesondere für den als Baurat mit der Leitung des gesamten Bauwesens Dessaus betrauten Carlo Ignazio Pozzi.

Dessen Neffe Jacobo (Giacomo) Pozzi hat durch seine Veduten und innerstädtische Szenerie, vor allem für das in Nürnberg herausgegebene Ansichtenwerk „Das Königreich Sachsen, Thüringen und Anhalt in malerischen Original-Ansichten", das Bild Dessaus weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht.

Auch Johann Heinrich Beck und sein Sohn Rudolf haben mit dem Zeichenstift in einer Vielzahl staffagereicher und lebendiger Schilderungen das historische Stadtbild Dessaus erfasst. Dabei haben sie nicht nur die urbane Gegenwart in den Blick genommen, sondern ebenso vor städtischer Kulisse Geschehen aus längst vergangener Zeit wiedergegeben.

Der Dekorationsmaler Max Korn hat zahlreiche Entwürfe für Innengestaltungen in öffentlichem Auftrag ausgeführt, insbesondere für den 1901 eingeweihten Rathausneubau sowie die 1904/1905 errichtete Städtische Lesehalle, aber auch für mehrere Kirchenneubauten. Einzigartig sind seine erhaltenen Entwürfe für die Dekoration der 1908 eingeweihten Neuen Synagoge, die dank einer Schenkung aus dem Nachlass des Künstlers in der Ausstellung erstmals gezeigt werden.

Abgerundet wird die Ausstellung mit bedeutenden Leihgaben aus Dessauer Privatbesitz und des Museums für Stadtgeschichte Dessau.

In bewusstem Kontrast zur Beschaulichkeit der Ansichten des 19. Jahrhunderts treten in der Ausstellung photographische Projekte von Künstlerinnen der Gegenwart - Susanne Ahner, Sibylle Hofter und Annette Munk. Sie lassen in ihrer visuellen Authentizität die einschneidenden Veränderungen der Stadt eindrucksvoll nachvollziehen und bilden einen aktuellen Gegenpol zur Idyllisierung des Stadtbildes im 19. Jahrhundert. 

Begleitprogramm zur Ausstellung:

  • Mittwoch, 7. August 2013, 15.00-18.00 Uhr / Workshop für Erwachsene
    „Auf den Spuren Dessaus gestern und heute – Stadtansichten und Erinnerungsbücher“ mit der Berliner Künstlerin Susanne Ahner
    Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind eingeladen, ihre persönlichen Erinnerungen und wenn möglich Fotos mitzubringen. Auch Kinder und Enkel sind herzlich willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei.
    Weitere Informationen  hier
  • Sonntag, 8. September 2013, 16.00 Uhr / Vortrag (im Anschluss an die Finissage)
    „Reminiszenzen an Alt-Dessau – Bilder aus einer untergegangenen Stadt“
    Dr. Frank Kreißler, Leiter des Stadtarchivs Dessau-Roßlau
  • Öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung
    Sonnabend, 20. Juli 2013, 15.30 Uhr
    Sonnabend, 3. August 2013, 15.30 Uhr
    Donnerstag, 5. September 2013, 15.30 Uhr
    Sonntag, 8. September 2013, 14.30 Uhr (Finissage)

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr (Montag geschlossen)
 

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