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80 Jahre Naturkundemuseum
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    80 Jahre Museum für Naturkunde und Vorgeschichte

    Kühnauer Schloss beherbergte erste Sammlung

    Das Kühnauer SchlossJeder kennt es und fast jeder hat es schon einmal besucht. Das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte feiert in diesen Tagen seinen 80. Geburtstag. Als das Haus am 29. Oktober 1927 seine Pforten öffnete, konnte es bereits auf einen reichhaltigen Fundus verweisen. Ein Grund, auf die Geschichte des Museums zurückzublicken.

    Herzog Leopold Friedrich (1817 - 1871) interessierte sich von jeher für die geschichtliche Erforschung seines Landes. So ließ er im "Herzoglichen Anhalt-Dessauischen  Wochenblatt" Artikel veröffentlichen, die zur Sammlung alter Gegenstände und Gemälde aufforderten. Die Sammlung wurde im Kühnauer Schloss untergebracht. Ebenfalls wurden hier zahlreiche naturkundliche Objekte öffentlich ausgestellt. So konnte der Besucher 1825 im Schloss präparierte Vögel und Säugetiere  bewundern. Hiermit wurde bereits zu dieser Zeit der Grundstock der naturkundlichen Sammlung in Dessau gelegt. Ab 1830 konnte sie durch Geweihe von Rehböcken und Hirschen sowie durch eine Gehölzsammlung erweitert werden.

    1863 ließ Fürst Friedrich Franz die Käfer- und Schmetterlingssammlung des Hofgärtners Richter ankaufen und in das Schloss bringen.

    Die Sammlungen wurden kontinuierlich erweitert und 1875 mit Fossilien und der Vorgeschichtlichen Sammlung, den "vaterländischen Altertümern" vereinigt.

    Die Sammlungen zogen 1910 als naturkundlicher und vorgeschichtlicher Teil der städtischen Landessammlung in das "Messel - Haus", Kavalierstraße 33. Da dieses bereits bald darauf hin als Wohn- und Repräsentationshaus umgenutzt wurde, suchte man nach einer neuen Heimstätte für das Museum. Inspiriert durch den Anfang des 20. Jahrhunderts aufkommenden Volksbildungsgedanken schuf man in ganz Deutschland Spezialmuseen. Auch in Dessau nahm man von der Idee des fürstlichen Universalmuseums des 19. Jahrhunderts, bestehend aus dem Konglomerat von Geschichte, Kunst, Kunsthandwerk und Naturkunde, Abschied. Auf Initiative des Naturwissenschaftlichen Vereins eröffnete man am 29. Oktober 1927 das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte, welches von der Stadt Dessau und dem Anhaltischen Staat finanziert wurde.

    1936 erfolgte eine vollkommene Umgestaltung des Hauses. Die seit 1929 im Museum vorhandene Junkers-Luftfahrtschau wurde den Junkers-Werken übergeben. Während des zweiten Weltkrieges lagerte man zwar einen Teil der Sammlungen aus, ließ aber das Museum geöffnet. In der Bombennacht vom 07. März 1945 brannte das Museum aus und viele Exponate wurden vernichtet.

    Ein Teil der Sammlungen konnte über den Krieg hinweggerettet werden und bildete die Grundlage des bereits 1948 neu eröffneten Museums für Naturkunde und Vorgeschichte. Das Gebäude war zu diesem Zeitpunkt allerdings nur notdürftig renoviert. Die Instandsetzung dauerte wegen der damaligen allgemeinen Baustoffknappheit  bis 1958. Nach dem Beginn von umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten konnte 1993 der Turm erstmals öffentlich zugänglich gemacht werden. Es folgte 1996 die Fertigstellung des Westflügels an der Kavalierstraße.

    Das Museum entwickelte sich zu den bedeutendsten dieser Art in Sachsen-Anhalt. Es bewahrt über 900.000 Exponate als Zeugnisse der Natur- und Menschheitsgeschichte. Seit seiner Eröffnung 1927 ist das Besucherinteresse ungebrochen: In den nächsten Monaten kann die Einrichtung den zweimillionsten Besucher seit der Eröffnung im Jahr 1927 begrüßen. Zum 80-jährigen Jubiläum eröffnet das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte eine Ausstellung mit Zeitzeugen seiner Geschichte.

    Ernst Görgner, Cornelia Müller

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