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60 Jahre Philanthropinum
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    Gymnasium feiert Jubiläum

    60 Jahre Philanthropinum Dessau

    Palais Dietrich vor 1945Im Gymnasium Philanthropinum gibt es etwas zu feiern - mal wieder. Jährte sich im vergangenen Jahr zum 100. Mal die Einweihung des Gebäudes in der Friedrich-Naumann-Straße, so begeht man dieser Tage den 60. Jahrestag der Namensgebung.

    Aber bereits zwei Jahrhunderte vorher  begann die Geschichte dieser Bildungseinrichtung, denn hier in Dessau nahm die pädagogische Bewegung des Philanthropismus mit Johann Bernhard Basedow ihren Ausgang. Basedow, der "Menschenfreund" (so die Übersetzung für "Philanthrop"), eröffnete im Jahr 1774 das Philanthropinum, um hier hauptsächlich Pädagogen auszubilden. Stattdessen wurde aus der Einrichtung ein Erziehungs- und Bildungsinstitut für Söhne des Adels und der wohlhabenden Bürger. Wie dort unterrichtet wurde, war gänzlich neu - ganz Europa schenkte diesen neuen Unterrichtsmethoden Beachtung. Eine Reform der Schulen in Anhalt-Dessau kam allerdings nicht zustande. Erst mit dem Theologen Carl Gottfried Neuendorf fanden grundlegende Änderungen und Neuerungen statt - wenn auch oft gegen viele Widerstände.

    Städtische Handels-RealschuleAls die Schülerzahl im Philanthropinum zu sehr sank, wurde es 1793, ohne dass dies noch große Aufmerksamkeit erregt hätte, geschlossen.

    Nach Ende des Zweiten Weltkrieges erhielten viele höhere Schulen - so auch in Dessau - den Namen Goethe-Schule. Ein Gymnasium gab es nicht mehr. So wurden das frühere Realgymnasium zur Goethe-Oberschule I, die Oberrealschule und das Antoinettenlyzeum zur Goethe-Oberschule II und das Hauptmann-Loeper-Gymnasium zur Goethe-Oberschule III. Letztere zog bereits im Juli1945 in das vom Krieg relativ verschont gebliebene Palais Dietrich in der Zerbster Straße - jenem Haus, das vor fast zweihundert Jahren dem Philanthropinum als Bildungsstätte diente. Unter Leitung des ersten Schuldirektors Dr. Karl Schulze-Wollgast begann dort am 1. Oktober 1945 für 142 Schüler und acht Lehrer der Unterricht. Am 10. April 1947 wurde Schulze-Wollgast mitgeteilt, dass seine Oberschule nun den Namen "Philanthropinum" tragen dürfe. Dabei wollte man nicht nur an die Historie, die dieses Haus mit sich trug, anknüpfen. Die Lehrer wollten vielmehr das pädagogische Erbe Basedows weiterführen und eine neue demokratische Schulform weiterentwickeln.

    1950 zog das Philanthropinum in einen Teil der Oberschule VII in der Mauerstraße - ein Ansteigen der Schülerzahlen machte dies erforderlich. Aber auch dort wurde es im Laufe der Zeit zu eng und so wurden die nunmehr 242 Schüler ab 1961 im Gebäude der ehemaligen Städtischen Handels-Realschule in der Friedrich-Naumann-Straße unterrichtet, gemeinsam mit den Schülern der EOS "Rosa Luxemburg". Beide Schulen wurden im Jahr 1968 als Erweiterte Oberschule Philanthropinum zusammengeschlossen.

    Heutiges Gymnasium Philanthropinum1974 war für die Schule ein besonderes Jahr: Sie war maßgeblich an der Durchführung eines internationalen Kolloquiums beteiligt, das anlässlich des 200. Geburtstages des Basedowschen Philanthropinums durchgeführt wurde und zu dem man Historiker aus aller Welt in Dessau begrüßen konnte. Eine Stele auf dem Historischen Friedhof in Dessau erinnert an diese beiden Ereignisse. Fünfundzwanzig Jahre später wurde ein weiteres Kolloquium organisiert, nun allerdings konnte ohne ideologische Dogmen diskutiert werden.

    Nach der politischen Wende wurde das Philan, wie es nicht nur die Schüler gern nennen, wieder zum Gymnasium. Erst in Landesträgerschaft, aber seit 1994 in Verantwortung der Stadt Dessau. Diesen Fakt bezeichnete Dr. Eckhard Zilm, seit 1994 Leiter des Gymnasiums, beim Festakt anlässlich des Jahrestages der Namensgebung als Glücksfall. Nun konnte das alt-ehrwürdige Haus auch saniert werden und präsentiert sich jetzt als ein modernes Gymnasium, das seinen Schulangehörigen vielfältige Möglichkeiten der Entfaltung bietet. Nach Fusionen mit anderen Gymnasien werden hier derzeit 1.031 Schüler von 93 Lehrern und 20 Gastlehrern an mehreren Standorten unterrichtet. Und die nächste Fusion steht ins Haus: Das Goethe-Gymnasium Roßlau wird in der Doppelstadt Dessau-Roßlau dann zum Philanthropinum Dessau gehören.          

        Cornelia Müller

     

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