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Jubiläum

150. Geburtstag des Ingenieurs und Unternehmers Hugo Junkers

Hugo Junkers, Porträt von Heinz Schmidt-RomEin bedeutsames Jubiläum steht in diesen Tagen in unserer Stadt an: der Geburtstag eines der wichtigsten und vielseitigsten Ingenieure, Wissenschaftler und Erfinder des 20. Jahrhunderts jährt sich am 3. Februar zum 150. Mal. Die Rede ist von Prof. Hugo Junkers, einem der großen Söhne der Stadt Dessau. Seit 1888 in Dessau lebend, forschte er bis zu seiner Enteignung durch die Nationalsozialisten auf unterschiedlichsten Gebieten. Seine 380 Patente zeugen von unbändigem Wissensdurst und enormer Schaffenskraft.

Zunächst im Motorenbau erfolgreich, gründete er 1895 die „Junkers & Co, Fabrik für Gasapparate“ (Ico). Die Produktpalette umfasste inzwischen Kalorimeter, Haushaltsgeräte und Gasdruckregler. Der „Junkers-Badeofen“ wurde bald zum Inbegriff von Komfort. Doch damit nicht genug. Noch im Alter von 50 Jahren begann sich der erfolgreiche Unternehmer mit dem Flugzeugbau zu befassen. 1915 entwickelte er das erste Ganzmetallflugzeug und machte weitere technische Erfindungen. Aus der Schmiede der von ihm gegründeten Junkers-Flugzeugwerke AG gingen berühmte Flugzeuge hervor. 1919 baute er das einmotorige Verkehrsflugzeug F 13. Bald ging er zur Entwicklung mehrmotoriger Maschinen über wie G 24, G 31 und G 38. Letztere war das damals größte Landflugzeug der Welt.

Junkers-BadewanneAb 1924 baute Junkers auch Flugzeugmotoren, Ergebnis war fünf Jahre später etwa der erste Diesel-Flugzeugmotor. Dessau wurde unter seinem Wirken zu einer Wiege des modernen Fliegens und die JU 52, die legendäre „Tante JU“, gab dieser Wiege ihr weltweit bekanntes Gesicht.
1926 wurde die Junkers Luftverkehr AG auf staatliches Drängen mit dem deutschen Aero Lloyd zur noch heute weltweit bekannten „Kranich-Linie“, der Deutschen Lufthansa, fusioniert.

Auf Vorschlag des Magistrates wählte der Dessauer Gemeinderat Hugo Junkers am 24. Mai 1928 zum Ehrenbürger. Anlass war die bevorstehende Fertigung des 1.000sten Flugzeuges. Die Köthener Straße wurde ihm zu Ehren in Junkersstraße umbenannt. Ein Jahr darauf, zu seinem 70. Geburtstag, feierte die ganze Stadt, Glückwünsche erreichten ihn aus aller Welt und machten deutlich, wie hoch die Anerkennung für sein Wirken zur friedlichen Nutzung der Luftfahrt war.

1932 gerieten die Werke in Folge der seit 1929 andauernden Weltwirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten. Den Hauptteil von Junkers & Co. musste er an die Robert Bosch GmbH verkaufen, die übrigens die Rechte am Handelsnamen „Junkers“ bis auf den heutigen Tag hält.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung geriet der ihm verbliebene Flugzeug- und Motorenbau in die Hände der neuen Machthaber. Unter Zwang trat er 51 Prozent Anteile an den Staat ab, sein Unternehmen wurde dem Reichsluftfahrtministerium unterstellt. Die bislang friedlich ausgerichtete Flugzeugproduktion entwickelte sich nun zu einem Standbein der Rüstungspläne Hitlers. Junkers erhielt Hausverbot und wurde zur persona non grata erklärt. Er verließ Dessau für immer, jene Stadt, in der er mehr als 30 Jahre lang erfolgreich gewirkt hatte und sich zum Wohle aller große Verdienste erwarb.

www.technikmuseum-dessau.de

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